Hallo Britt,
wenn das Teil einen analogen PAL-Video-Eingang hat, sollte diese Funktion eigentlich in der Bedienungsanleitung so beschrieben sein, daß es auch funktioniert. (Die europäischen Camcorder hatten lange Zeit nicht"mal einen digitalen Eingang, weil dann höhere Zölle bzw. Steuern fällig werden.) Sollte es sich allerdings um ein US-Gerät handeln, wird das Vorhaben vermutlich an der Verschiedenheit der Fernseh-Normen scheitern: Ein deutsches TV-Gerät liefert ein PAL-Signal, US-Camcorder "verstehen" aber nur NTSC. Es gibt bei Elektronik-Händlern (
www.elv.de z.B., wenn ich nicht irre) Umsetzer, die aber nicht ganz billig sind, und bei denen wohl auch die Bildqualität leidet, jedenfalls bei den preisgünstigeren Geräten.
Der richtige Ansprechpartner wäre der Fachhändler, vorzugsweise aus der TV-Branche. Vielleicht sind im Internet auch noch geeignetere Foren zu finden, als dieses eher auf fotografische Fragen ausgerichtete. Ich weiß nicht, ob Webmaster Michael "Muße" hat, in den nächsten (Feier-)Tagen zur Lösung dieses Problems beizutragen.
Aber etwas ganz anderes: So ein HighTech-Camcorder ist ja sehr teuer und eigentlich VIEL zu schade, um damit Fernsehsendungen aufzunehmen! Der Video-Kopf rotiert meines Wissens mit 6000 Umdrehungen pro Minute (oder waren"s sogar 9000?), was nicht ganz ohne Abnutzung möglich ist. Folglich haben diese Mini-Geräte eine durchaus begrenzte Kopf-Lebensdauer (und Ersatz ist teuer), sollten also möclichst nur dafür verwendet werden, wofür sie vorgesehen sind, nämlich "mobil" Video-Aufnahmen zu machen.
Schon für wiederholte TV-Wiedergabe sind sie eigentlich zu schade. Noch beim Vorgänger-System Hi8 (sehr viel geringere Kopf-Drehzahl, wohl 1500 Upm) wurde für die Wiedergabe ein Standgerät empfohlen, um den Camcorder, speziell den Video-Kopf, zu schonen - was natürlich dem Erfinder Sony erhebliche weitere Absatzmöglichkeiten eröffnete. Leider sind die wenigen angeboteten DV-Recordermodelle so unverschämt teuer, daß gegenüber Camcordern kein Preisvorteil besteht: Das ist also - zumindest derzeit - kein Ausweg. Deshalb sollte man für Fernsehaufzeichung nach Möglichkeit normale Standgeräte verwenden, nicht zuletzt, weil die vergleichsweise robusten Kassetten auch erheblich billiger sind.
Sofern beste Qualität gewünscht wird, bietet sich S-VHS an: Die Qualität ist inzwischen über jeden Zweifel erhaben, und die Gerätepreise sind schon vor Jahren weit unter 1000 DM gerutscht; auch sind diese Maschinen etwas handlicher geworden, v.a. schmaler. Es gibt inzwischen Geräte von JVC, die durch trickreiche Technik - "dynamic drum" oder so ähnlich - stufenlose Zeitlupe ermöglichen, soweit ich weiß. Weiterhin soll es Möglichkeiten geben, die preisgünstigen VHS-Bänder ohne nennenswerte Qualitätseinbußen auch für S-VHS zu verwenden.
Wenn auf die Schnelle eine Sendung aufgenommen werden soll, und das Anschlußproblem ist (noch) nicht gelöst, bleibt mit dem Camcorder eigentlich nichts anderes übrig, als ihn vor dem Fernseher aufzubauen (auf einem Bücherstapel, oder wie auch immer) und das Bild vom Schirm abzufilmen. Das ist zwar weit vom Optimum entfernt, aber funktionierte zumindest mit Hi8 ganz gut, wie ich vor Jahren einmal ausprobiert habe.
Gruß,
Jochen