24. Mai 2012, 08:51:12
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Autor Thema: Breaking News: Bericht aus dem Sottruper Landboten  (Gelesen 847 mal)
Weber
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« am: 27. November 2001, 15:52:40 »

Moin, liebe Freunde der Satire !

In einem Thread las ich etwas über das Anforderungsprofil bei Bewerbungen als Zusteller für den Sottruper Landboten.
Zwischenzeitlich konnte ich in Erfahrung bringen mit welchen örtlichen Besonderheiten im Zustellbereich zu rechnen sind:

Fundstelle: http://selfforum.teamone.de/archiv/1999_4/t08160.htm


also gut, eigentlich wollte ich den heute nicht bringen wegen dem Mammut-Thread unten, aber wenn du eröffnest ::-)

Sonntag, 1. Advent 10.00 Uhr.

In der Reihenhaussiedlung Oenkelstieg laesst sich die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren.Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude
ist gross.

10 Uhr 14:

Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10 armigen daenischen Kerzenset zu je 15 Watt im Kuechenfenster. St
unden später erstrahlt die gesamte Siedlung Oenkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.

19 Uhr 03:

Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtuemlich einen Defekt der Strommessgeräte fuer den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunaechst arglos.

20 Uhr 17:

Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten, durch saemtliche Bäume ihres Obstgartens, ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit d
em Nestbau.

20 Uhr 56:

Der Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits einen Teil zur vor-weihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensemble Metropolis, das zu den leistungss
taerksten Europas zaehlt. Die 40m Fassade eines angrenzenden Getreidesilos haelt dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zerbröckelt.

21 Uhr 30:

Im Trubel einer Jul-Club-Feier im Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.

21 Uhr 50:

Der 85-jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tiefhaengende Wolkendecke.

22 Uhr 12:

Eine Gruppe asiatischer Geschaeftsleute mit leichtem Gepaeck und sommerlicher Bekleidung irrt veraengstigt durch die Siedlung Onkelstieg. Zuvor war eine Boing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich in
der mit 3000 bunten Neonroehren gepflasterten Garagenzufahrt der Baeckerei Bröhrmeyer gelandet.

22 Uhr 37:

Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstrasse Bilder einer angeblichen Supernova auf der noerdlichen Erdhalbkugel, die Experten in Houston sind ratlos.

22 Uhr 50:

Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage, der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen laeuft mit 350 Megawatt bruellend jenseits der Belastungsgrenze.

23 Uhr 06:

In der taghell erleuchteten Siedlung Oenkelstieg erwacht Studentin Bettina U. und freut sich irrtuemlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23 Uhr 12 betaetigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

23 Uhr 12 und 14 Sekunden:

In die ploetzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises
Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-
Höcklage wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften
irren verwirrte Menschen, Menschen wie du und ich, denen eine
Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

Grüße, Weber


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Lottie
keine Tüte mehr ...
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« Antworten #1 am: 16. Dezember 2001, 13:56:07 »

Hat zwar überhaupt nichts mit den Themen dieses Forum zu tun, paßt aber so nett zum vorigen Beitrag  Lächelnd

Montag, 16. Oktober
Ein schöner Herbsttag. Noch einmal Menschen mit lockerer Bekleidung und Sonnenbrillen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Hauptstraße. Dann plötzlich um 10:47 Uhr Befehl von Aldi-Geschäftsführer Erich  B.: Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich! Von nun an überschlagen sich die Ereignisse.
Als erster reagiert Minimal-Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.
15:07 Uhr: Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.
16:02 Uhr: Die Filialen von Penny und Extra bekommen Kenntnis von der Offensive können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum 21. Oktober. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.

Dienstag, 17. Oktober
07:30 Uhr: Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung während zwei Weihnachtsmänner vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachtswünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschauen. Immerhin haben jetzt auch Karstadt, C&A und Real den Ernst der Lage
erkannt.

Mittwoch, 18. Oktober
09:00 Uhr: Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse.
09:12 Uhr: Minimal kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.
10:05 Uhr: Bei Karstadt verirren sich Dutzende Kunden in einem Wald von Weihnachtsbäumen.
12:00 Uhr: Neue Dienstanweisung bei Extra: An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein Frohes Fest gewünscht. Die Schlemmerabteilung von Real kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen an.

Donnerstag, 19. Oktober
07:00 Uhr: Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster
08:00 Uhr: In einer eilig einberufenen Krisensitzung skandiert der aufgebrachte Penny-Geschäftsführer Walter T. vor seinen Mitarbeitern lautstark Weihnachten bis zum Äußersten und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD Weihnachten mit Mireille Matthieu über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.

Freitag, 20 Oktober
08:00 Uhr: Anwohner der Hauptstraße versuchen mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung die nun von Karstadt angedrohte Musikoffensive "Heiligabend mit den Flippers" zu stoppen.  
09:14 Uhr: Ein Aldi-Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor Adveniat der gerade vor Karstadt zum großen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.
09:30 Uhr: Aldi dementiert: Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüsse sondern Christbaumkugeln gehandelt.  18:00 Uhr: In der Stadt kommt es kurzfristig zu ersten Engpässen in der Stromversorgung als der von Tengelmann beauftragte Rentner Erwin Z. mit 200 Flak-Scheinwerfern Marke Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an den Himmel zeichnet.

Sonnabend, 21. Oktober
Die Fronten verhärten sich die Strategien werden zunehmend aggressiver
10:37 Uhr: Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Minimal-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten sind ratlos.
12:00 Uhr: Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt Edeka und Minimal die Einkaufszone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt die Räum- und Streupflicht an - Umsonst.
14:30 Uhr: Teile des Stadtbezirks sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen.


In diesem Sinne: Allen, die mit ihren Beiträgen dafür sorgen, daß sich ein Besuch dieses Forums auch dann lohnt, wenn gerade keine Entscheidungen über Kauf oder Nichtkauf anstehen, einen schönen 3. Advent  :freu:  
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