10. Februar 2012, 02:31:12
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Autor Thema: Stärkere Tiefen-Unschärfe bei niedriger Brennweite?  (Gelesen 3239 mal)
Kai1973
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« am: 14. Juli 2007, 18:08:10 »

Hallo,

Ich bin grade etwas am Tüfteln, damit ich Fotos mit einer möglichst starken Tiefen-Unschärfe hinbekomme. Offensichtlich ist dies eher möglich, wenn die Brennweite möglichst hoch ist. Bei 300mm ist allerdings Schluss bei mir, mehr gibt mein Zusatz-Objektiv nicht her.

In 2 Situationen ist mir dies recht gut gelungen.

1.) Eine handflächengrosse Blume geknipst, so nah ich halt ran konnte mit dem Riesending, 60cm vielleicht aber näher hats nicht mehr scharf gestellt, egal war trotzdem ausreichend groß auf dem Bild. Und der Hintergrund der 1-1,5 Meter von der Pflanze entfernt war, war extrem unscharf, genauso wie ich es haben wollte.



2.) Ein Auto. Damit ich das auf das Bild bekomme, eher noch mit leichter Seitenansicht, wars schon schwieriger, denn hierfür musste ich viele Meter zurücklatschen. Und der Hintergrund hinter dem Auto, war umgekehrt auch viele Meter weiter hinten. Und trotzdem bekomme ich hier keine solche extreme Unschärfe hin. Wenn der Hintergrund noch viel weiter weg gewesen wäre, wäre das Ergebnis besser gewesen.



Meine Frage ist nun, ist das mit der Tiefen-Unschärfe in der Tat nur über sehr hohe Brennweiten lösbar? Oder auch bei niedriger? Und ich blick den Bezug zu den Entfernungen noch nicht ganz. Bei der Pflanze war ich unter einem Meter dran und der Hintergrund etwas weiter weg, aber der ist extrem unscharf, beim Auto bekomm ich es lange nicht so hin, obwohl ich viel entfernter stand.

Warum? Mir ist das grad rein pysikalisch unklar irgendwie.  :roll:
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Dennis
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« Antworten #1 am: 14. Juli 2007, 20:46:35 »

Geringe Schärfentiefe erreichst Du mit hoher Brennweite, geringem Aufnahmeabstand und/oder großer Blende (kleine Zahl). Fotografiere das Auto mal mit Deiner größten Brennweite von 300mm und bei komplett offener Blende. Du wirst etliche Schritte zurücktreten müssen um den gleichen Bildausschnitt hinzukriegen, aber die Wirkung ist eine komplett andere.
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Gruß Dennis
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Kai1973
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« Antworten #2 am: 15. Juli 2007, 09:48:42 »

Zitat von: "Dennis"
Geringe Schärfentiefe erreichst Du mit hoher Brennweite, geringem Aufnahmeabstand und/oder großer Blende (kleine Zahl). Fotografiere das Auto mal mit Deiner größten Brennweite von 300mm und bei komplett offener Blende. Du wirst etliche Schritte zurücktreten müssen um den gleichen Bildausschnitt hinzukriegen, aber die Wirkung ist eine komplett andere.


Ja, ich hab grade noch mal in den EXIF-Daten der Originalbilder geschaut. Blende ist bei 4,8, also schon recht niedrig, ich glaube 3,8 ist Minium, aber bei der Brennweite wäre noch was rauszuholen, denn die liegt bei dem Autobild bei 195mm. Also wird wohl viel Platz zum Knipsen benötigt.

Und dass die Entfernung ne Rolle spielt, hab ich ja quasi selbst schon festgestellt, aber bei nem Objekt in Grösse eines Autos, ist das nicht einfach dass von Nahem zu knipsen, oder könnte man hier dem 300mm Objektiv noch ein Weitwinkel vorsetzen? Geht das rein technisch und von der Funktionsweise? Oder macht das keinen Sinn?
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Rainer Hey
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« Antworten #3 am: 15. Juli 2007, 10:16:09 »

Zitat von: Kai1973
Zitat von: "Dennis"
oder könnte man hier dem 300mm Objektiv noch ein Weitwinkel vorsetzen? Geht das rein technisch und von der Funktionsweise? Oder macht das keinen Sinn?


Letzeres :-)

Rein theoretisch könntest Du auf dein 300er einen Weitwinkel-Vorsatzkonverter schrauben, der die Brennweite z.B. halbiert (Faktor 0,5). Dann hast Du 150 mm Brennweite.

Die kannst Du bei Deinem Zoomobjektiv aber auch ohne Konverter haben.

Aber wie auch immer du die 150 mm Brennweite realisierst: es gibt sie nur im Paket mit der größeren Schärfentiefe - weshalb die Idee mit dem Weitwinkelkonverter, der Dir eine miese Bildqualität beschert, keine gute Idee ist.

Wenn Du besser freistellen willst, mußt Du die Entfernung zwischen Motiv und Hintergrund vergrößern. Dann mußt Du auch nicht so weit laufen. Oder Du nimmst Dir die Bildbearbeitung zur Hilfe.

Gruß

Rainer
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« Antworten #4 am: 15. Juli 2007, 10:28:35 »

Zitat von: "Rainer Hey"
Wenn Du besser freistellen willst, mußt Du die Entfernung zwischen Motiv und Hintergrund vergrößern.


Vermutlich muss ich das versuchen....

Zitat
Dann mußt Du auch nicht so weit laufen. Oder Du nimmst Dir die Bildbearbeitung zur Hilfe.


...denn diesen Tip hab ich schon mit dem Verzeichnungsproblem (anderer Thread) bei zu geringer Brennweite mit dem Standard-Objektiv versucht abzulehnen, obwohl ich ja gerne mit Bildbearbeitungssoftware hantiere, aber ich meine das beste ist, wenn man die Bilder schon beim Knipsen möglichst gut hinbekommt, und nicht mehr "viel" nachgearbeitet werden muss.

Höchstens noch mit Kontrast, Gradationskurve und Tonwertkorrektur, oder vielleicht mal geringfügig drehen, wenn man zu schief gehalten hat. Einfach Funktionen die sich auf das Gesamtbild beziehen. Aber alle anderen "schwerwiegenden" Eingriffe möchte ich vermeiden, es sein denn, ich will ein Bild mal besonders "verkünstlern", aber in der Regel sollen Aufnahmen ja möglichst "natürlich" bleiben.

Und dann halt wegen dem Aufwand. Wenn ich mit anfangen muss Objekte zu markieren, damit ich nur das drumherum ändern kann, dann geht das voll in die Zeit.
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« Antworten #5 am: 16. Juli 2007, 17:31:57 »

Zitat von: "Kai1973"

Ja, ich hab grade noch mal in den EXIF-Daten der Originalbilder geschaut. Blende ist bei 4,8, also schon recht niedrig, ich glaube 3,8 ist Minium, aber bei der Brennweite wäre noch was rauszuholen, denn die liegt bei dem Autobild bei 195mm. Also wird wohl viel Platz zum Knipsen benötigt.


Lösen kann man das Problem mit dem Hintergrund, indem man lichtstärkere Objektive einsetzt.

z. B.
http://www.nikon.de/product/de_DE/products/narrow/415/overview.html
http://www.nikon.de/product/de_DE/products/narrow/637/overview.html

Wobei Du Dich dann schon entscheiden mußt, was vom Auto alles scharf sein soll. Da sind ja auch 4 Meter ungrad zu überbrücken.

Alternative. Elektronische Bildbearbeitung. Auto freistellen und den Hintergrund mit dem gaußschen Weichzeichner bearbeiten. Magst Du nicht, weiß ich.

Oder, müßte man mal probieren, etwas vor dem Auto fokussieren.

Oder analog mit 1,5 facher Brennweite fotografieren.

BTW, Du hast ja doch das VR gekauft.  :lol: Und warum knipst Du Blumen mit dem Landschafts-Programm?
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Kai1973
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« Antworten #6 am: 16. Juli 2007, 17:56:36 »

Zitat von: "senderlisteffm"

Lösen kann man das Problem mit dem Hintergrund, indem man lichtstärkere Objektive einsetzt.

z. B.
http://www.nikon.de/product/de_DE/products/narrow/415/overview.html
http://www.nikon.de/product/de_DE/products/narrow/637/overview.html


Ähm....ja, als ich steig jetzt nicht mehr um. Das muss so gehen irgendwie.

Zitat
BTW, Du hast ja doch das VR gekauft.  :lol:

Ja, ich bin im letzten Moment noch umgeschwenkt. Zwar ist mein Konto gähnend leer jetzt, aber dafür muss ich nicht ständig bei allem nen Stativ mit mir rumschleppen. Da siehst du mal wie du mich beeinflusst hast :-(

Zitat
Und warum knipst Du Blumen mit dem Landschafts-Programm?

Anfänger-Fehler. Ich wollte dann am PC prüfen, wie sich diese Programme unterschiedlich aufs Bild auswirken, und zwar nicht nur der Beschreibung nach, sondern live am PC. Die Pflanze ist ja noch recht gut geworden.

Aber ein Bild Richtung Wald und davor ein bläulicher See ist total verhunzt worden damit, dabei dachte ich das Programm sei gerade dafür gedacht. Aber ist wohl nix.
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« Antworten #7 am: 16. Juli 2007, 18:05:50 »

Zitat von: "Kai1973"
dachte ich das Programm sei


Lieber selber denken und das "idiot's wheel" in Rente schicken.
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