23. Mai 2012, 14:01:42
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Autor Thema: Welche Glühbirnen sind richtig für Fotolampen?  (Gelesen 5347 mal)
Kai1973
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« am: 16. Februar 2006, 17:15:25 »

Hallo,

Ich nutze schon seit Jahren für meine Fotografien zwei technisch nicht besondere Fotolampen für die zusätzliche Ausleuchtung meiner Bilder. Ich bin kein Profi, aber trotzdem reicht selbst für einfachere Aufnahme der Fotoblitz alleine nicht aus. Und selbst bei "näheren" Aufnahmen sieht ein Foto schon besser aus, wenn man mehrere Lichtquellen hat.

Jetzt sind mir die originalen Glühbirnen nach Kauf der Fotolampen irgendwann eine nach der anderen kaputt gegangen, erst eine dann zwei. Dann hab ich bei **** gleich 10 Stck. für nen Spottpreis bekommen, die sind von Osram, haben 1000 W, passen und funktionieren auch, und sehen so aus:



Schon nach dem Einsetzen der ersten neuen Birne hab ich festgestellt, dass der Weissabgleich nimmer richtig funktioniert und die Bilder eher schlecht als recht aussehen, die Bilder sind alle beige-gelblich geworden, und mit der Nachbearbeitung (Gravitationskurve) hab ich Schwierigkeiten gehabt die halbwegs hin zu bekommen. Habs aber anfangs auf die Kamera geschoben, auf die Glühbirnen bin ich gar nicht gekommen. Nachdem mir die zweite Birne kaputt gegangen ist, war der Effekt noch schlechter.

Erst mit Aufnahme dieses Bildes, wo ich den Kamerablitz noch hinzugenommen haben (einfach intuitiv), ist mir erst klar geworden wo das Problem steckt:



Anhand der Spiegelungen sieht man die unterschiedliche Lichtfarbe der insgesamt 3 Lichtquellen. Der Kamerablitz ist eindeutig weiß-bläulich, und die beiden äußeren Fotolampen sind beige-gelblich. Bei diesem Objekt kam das Bild noch halbwegs annehmbar raus, aber andere Aufnahmen sind grottenschlecht geworden.

Das Problem ist, ich finde nirgendwo mehr Glühbirnen, die weißer sind, bzw. bei Verkaufsangeboten wird keine Angabe darüber gemacht. Auch finde ich auf der Packung und der Glühbirne selbst keine Angaben darüber. Aber ich bin sicher das die Originalbirnen "weißer" waren, da hab ich kein Probs gehabt den Weißabgleich hinzukriegen.

Wo bekomm ich andere "weißere" Birnen her mit 1000W, so wie auf dem Bild?
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Rainer Hey
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« Antworten #1 am: 16. Februar 2006, 18:51:47 »

Hallo Kai,

bei Mischlicht versagt der Weißabgleich - eine bekannte Tatsache. Was mich wundert, daß es nicht von Anfang an aufgefallen ist.

Diese stabförmigen Leuchtmittel sind mehr oder weniger für Baustrahler gedacht; die Lichttemperatur liegt typischerweise bei 3000 K.

Die billigste Lösung des Problems wäre ein Farbkonversionsfilter für den Blitz. Oder Du bastelst Dir eine Art Diffusor, den Du im 45-Grad-Winkel am Blitz befestigst (Klettband). Den kannst Du anschließen rötlich einfärben oder mit Farbfolie (Goldfolie aus dem Erstehilfekasten?) bekleben. Das erfordert natürlich einige Probeaufnahmen, bis man die richtige Farbe erwischt hat.

Gruß

Rainer
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Kai1973
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« Antworten #2 am: 16. Februar 2006, 22:33:41 »

Zitat von: "Rainer Hey"
Hallo Kai,

bei Mischlicht versagt der Weißabgleich - eine bekannte Tatsache. Was mich wundert, daß es nicht von Anfang an aufgefallen ist.

Diese stabförmigen Leuchtmittel sind mehr oder weniger für Baustrahler gedacht; die Lichttemperatur liegt typischerweise bei 3000 K.

Die billigste Lösung des Problems wäre ein Farbkonversionsfilter für den Blitz. Oder Du bastelst Dir eine Art Diffusor, den Du im 45-Grad-Winkel am Blitz befestigst (Klettband). Den kannst Du anschließen rötlich einfärben oder mit Farbfolie (Goldfolie aus dem Erstehilfekasten?) bekleben. Das erfordert natürlich einige Probeaufnahmen, bis man die richtige Farbe erwischt hat.

Gruß

Rainer


Ui, da haste mich jetzt glaub völlig falsch verstanden, oder ich habs nicht richtig erklärt. "Mit" Blitzlicht, bekomm ich die Bilder noch besser hin (auch wenn gemischt) wie ohne Blitz und nur die Fotolampen mit dem etwas gelblichen Licht. Auch wenn ich da meine weiße Fotowand aufstelle die weiß ist, wird der Hintergrund nicht weiß sondern gelblich/beige. Die Hand ist nachträglich aussenrum ausgeschnitten.

Aber mich wundert es, dass die Lampen "damals" mit den ersten Originalbirnen, offensichtlich weißer waren, deswegen wollte ich wissen, ob es vielleicht andere Birnen dieser Art mit einer günstigeren "Farbtemperatur" sagt man glaub, gibt, die eben weisslicheres Licht liefern.

Eine Blitzanlage wäre wohl die idealere Lösung, aber erstens hab ich da grad kein Geld für, zum anderen hab ich dann wohl das Problem, wenn die Umgebung ziemlich dunkel ist, dass ich die Bilder nicht scharf bekomm, weil es zum Zeitpunkt noch relativ dunkel ist. Zumindest geht mir es so wenn ich nur den Kamerablitz für sich alleine nehme, und kein Tageslicht verfügbar ist....
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« Antworten #3 am: 17. Februar 2006, 12:10:36 »

Hallo Kai,
bei der abgebildeten Halogenröhre weiß ich jetzt nicht, ob es sich um ein Leuchtmittel oder eine Fotolampe handelt... Wenn der Preis verdächtig niedrig war, dann war's wohl ein einfaches Leuchtmittel (Baustrahler).
Im Fotohandel bekommst du 1000 Watt Halogenlampen, die eine recht konstante Farbtemperatur von 3400 K haben. Die stammen genaugenommen noch aus der Super-8-Zeit...
Das ist meist etwas weißer (blauer), als bei den Baustrahlern.
(Billige Halogenlampen haben oft auch den Fehler, daß unterschiedliche Exemplare recht unterschiedliche Farbtemperaturen abgeben, wodurch eine konstante Ausleuchtung erschwert wird.)
Gruß
Till
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Kai1973
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« Antworten #4 am: 17. Februar 2006, 12:25:18 »

Zitat von: "tillbraven"
Hallo Kai,
bei der abgebildeten Halogenröhre weiß ich jetzt nicht, ob es sich um ein Leuchtmittel oder eine Fotolampe handelt... Wenn der Preis verdächtig niedrig war, dann war's wohl ein einfaches Leuchtmittel (Baustrahler).
Im Fotohandel bekommst du 1000 Watt Halogenlampen, die eine recht konstante Farbtemperatur von 3400 K haben. Die stammen genaugenommen noch aus der Super-8-Zeit...
Das ist meist etwas weißer (blauer), als bei den Baustrahlern.
(Billige Halogenlampen haben oft auch den Fehler, daß unterschiedliche Exemplare recht unterschiedliche Farbtemperaturen abgeben, wodurch eine konstante Ausleuchtung erschwert wird.)
Gruß
Till


Also eine Farbtemperatur von 3400 K wäre ok? Oder ist das auch noch nicht ideal, aber bei diesen Glühlampen nix besseres mehr zu bekommen? Welche Farbtemperatur ist den für ein gutes Bild perfekt?

Ich hab jetzt nicht die beste Kamera, aber die Qualität der Bilder scheint trotz allem sehr stark von der Beleuchtung abzuhängen. Hab vor einiger Zeit mal einen Fotografen getroffen, der macht (neben seiner Profiausrüstung) mit einer 300 EUR Kamera sagenhafte Fotos und sagt: "Auf die Lichtführung, Lichtbedingungen und Ausleuchtung kommt es an", dann bei der Kamera nur noch auf "Auto" einstellen und den ganzen Schnickschnack mit den ganzen verschiedenen Programmen einfach vergessen. Die Fotos haben überzeugt, auch wenn er mit seiner Profiausrüstung natürlich nochmal ne Stufe besser knipst, klar.
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« Antworten #5 am: 17. Februar 2006, 14:55:18 »

Hallo Kai,

wenn Du mit einer Digitalkamera fotografierst, spielt die Lichttemperatur der Beleuchtung keine Rolle, weil in der Kamera der Weißabgleich (automatisch oder besser manuell) durchgeführt wird. Wenn Du RAW fotografierst (kann aber die C-750 vermutlich nicht), kannst Du den Weißabgleich auch später am PC bei der Konvertierung vornehmen.

Wichtig ist, daß Du kein Mischlicht produzierst, d.h. sämtliche Lichtquellen sollten die gleiche Farbtemperatur haben und diese konstant über die Zeit.

Gruß

Rainer
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« Antworten #6 am: 17. Februar 2006, 15:34:58 »

Also ich hab die Olympus C-750 UZ, nicht das Non-Plus-Ultra, aber sie kann durchaus annehmbare Fotos schiessen, z.B. diese:







Jetzt unabhängig von der "fotografischen" Qualität, finde ich die Bildqualität und die Farbe nicht schlecht so. Die Bilder sind "unbearbeitet", lediglich verkleinert und einmal geschärft.



Dieses Ferrarimodell hab ich auf dem weißen Fototisch geknipst, eine Fotolampe links, eine Fotolampe rechts von mir, schräg nach unten leuchtend. Die Kamera hab ich auf "Auto" gestellt. Auch dieses Bild ist unbearbeitet. Fotolampen noch neu mit neuen originalen Birnen, die glaube ich nicht von OSRAM waren.



Und nun kommen die Bilder so raus ! Das ist doch ein Höllenunterschied, oder nicht?? Mit "Automatik" wirds überhaupt nix, wenn ich ins Programm gehe wo ich den Weißabgleich wählen kann, dann wird der Weißabgleich weder mit "Auto", noch mit "Raumbeleuchtung", noch mit "Zusatzlampen" was. Das eine wird orangelich, das andere bläulich, und das andere auch nix.

Wenn ich nur mit dem Kamerablitz knipse, brauch ich mir bei "nahen" Gegenständen kaum Gedanken um irgendwelche Einstellungen machen. Wenn ich die Fotolampen dazustelle um gut ausgeleuchtet zu haben, dann wirds bei zusätzlichem Kamerablitz noch halbwegs annehmbar, auch wenn dann der Hintergrund nimmer ganz so weiß ist.

Aber stell ich NUR die beiden Fotolampen aus, dann sehen die Fotos alle so aus wie der CD-Brenner, und das sieht besch..en aus, die Front ist normal hellgrau, den hab ich mal so provisorisch als Beispiel geknipst. Ich kriegs mit den Fotolampen und meinen derzeitigen Glühbirnen einfach nicht hin, das ist Fakt.

Und es kann nicht sein, dass ich jedes Bild erstmal aufwendig mit Photoshop bearbeiten muss, was entweder auch nicht immer gute Ergebnisse liefern, auch dem Programm sind Grenzen gesetzt, oder ich verstehe ich nicht alles, und wenn man ne Fotoreihe macht in der alle irgendwie total unterschiedlich sind, dann sind auch naher die Ergebnisse nicht alle gleich gut.

Tatsache ist, früher gings, und jetzt gehts nicht mehr.....
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« Antworten #7 am: 17. Februar 2006, 15:51:40 »

Hallo Kai,
die Aussage deines Profi-Fotografen kann man so stehen lassen. Oder anders gesagt, schlechte Lichtverhältnisse (vor allem von der Ausleuchtung her) kann man auch mit einer teuren Kamera meist nicht zufriedenstellend kompensieren.
Die Unterscheidung "Kunstlicht" und "Tageslicht" spielte beim klassischen Diafilm eine wichtige Rolle. Bei der Verwendung von Diafilm muß man vor der Aufnahme entscheiden, welches Licht man hat und wie man gegebenenfalls filtern muß. Inzwischen macht man das nach der Aufnahme am PC. Zu Rainers Ausführung ist nichts hinzuzufügen.

Falls es dich interessiert, wie man "Tageslicht" und "Kunstlicht" klassifiziert:
Tageslicht: 5500 - 6000 K
Kunstlicht: 3200 - 3400 K
(Natürliches Licht nimmt natürlich auch Werte dazwischen an...)

Gruß
Till
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« Antworten #8 am: 17. Februar 2006, 16:00:54 »

Hallo Kai,
zu deinen Beispielbildern Ferrari und Brenner:
Wenn ich dich richtig verstehe, hast du den Ferrari mit den alten Lampenröhren gemacht, ohne zusätzlichen Blitz?
Den Brenner mit den Ersatzlampen, auch ohne Bitz?
Ferrari: Die Kameraautomatik hat die Farbtemperatur "Kunstlicht" korrekt erkannt, und den Weißabglich automatisch auf 3200 - 3400 K vorgenommen. Alle Farben werden korrekt wiedergegeben.
Brenner: Die Kameraautomatik dürfte wieder auf "Kunstlicht" geschaltet haben. Das Licht der Ersatzlampen ist jedoch vermutlich wärmer (vielleicht nur 3000 K). Fazit: eine leichte Farbverschiebung zu "warmen" Farben hin.
In der klassischen Dia-Fotografie würde man dem Problem mit einem leichten Blau-Konversionsfilter (vom Typ KB 2 oder KB 4) begegnen.
Du mußt den Restfehler nun in der Bildbearbeitung rausnehmen. Einfach ein wenig rot rausnehmen. Nach zwei, drei Übungsaufnahmen dürfte das auch kein Problem sein...

Gruß
Till
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« Antworten #9 am: 17. Februar 2006, 16:49:52 »

@Till

Ja du hast mich richtig verstanden *ächz*
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