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Autor Thema: (Ur)alte Rollfilm-Kameras  (Gelesen 1509 mal)
Minolta20
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« am: 01. Dezember 2005, 09:20:39 »

Bei eRay werden eine Menge alter "Rollfilmkameras" zum Schnäppchenpreis angeboten.
Habe mir überlegt, da ich selbst vergrößern werde mir zum Experementieren so eine zuzulegen.
Dazu mal 2 Fragen:
-ist Rollfilm = Mittelformat (6xirgentwas) oder gibt`s auch Exoten die einen anderen Film benötigen
-was ist über die Qualität solcher Kameras zu sagen?
Für Landschaftsfotos ist die maximale Blendenöffnung ja praktisch egal, wie sieht es mit der Qualität der Objektive aus? Ist Mittelformat hinter evtl. schlechtem Objektiv besser oder schlechter als KB mit neueren Objektiven?
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lexander
Rainer Hey
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« Antworten #1 am: 01. Dezember 2005, 10:49:22 »

Rollfilm ist nicht gleich Rollfilm. Am weitesten verbreitet war/ist der 6 cm breite Rollfilm mit der Formatbezeichnung 120 bzw. 220.

Es hat aber auch 4 cm breiten Rollfilm gegeben, der heute nur noch sehr schwer zu bekommen ist. Deshalb solltest Du darauf achten, daß die Kamera für den 120er Film gebaut ist. Wenn das Bildformat zwischen 6x6 und 6x9 cm liegt, ergibt sich das automatisch.

Die Unterschiede in der Bildqualität sind groß. Von bescheiden bis exzellent ist alles möglich. Die Typenvielfalt ist enorm und es ist schwer, eine Übersicht zu bekommen. Oft gibt es von einem Modell über 20 Varianten. Eine Wissenschaft für sich. Wenn Du Dich näher damit beschäftigen willst, achte insbesondere auf die Vergütung der Objektive, die bei den alten Geräten nicht so gut war wie heute. Gegen Streulicht hilft auch Abblenden nicht.

Ein Kleinbildkamera mit einem hochwertigen Objektiv (ob neu oder 30 Jahre alt spielt keine Rolle) wird eine Mittelformatkamera mit schlechtem Objektiv immer übertreffen. Früher lag das Problem anders, weil die Filme nicht so gut waren.

Hast Du schon eine Dunkelkammeraustattung?

Gruß

Rainer

Ergänzung:

Ich war vor einigen Jahren auch auf der Suche nach einer schönen 6x6 und habe fleissig recherchiert. Auf meinem Einkaufszettel stand dann die Agfa Isolette III mit dem Solinar 3,5/75. Die Isolette gibt es in 'zig Varianten, selbst die Isolette III ist in ca. 13 Untervarianten (verschiedene Verschlüsse, verschiedene Objektive) erschienen. Wichtig ist das Objektiv; das Solinar soll das beste sein. Leider hatte ich seinerzeit kein passendes Angebot gefunden (das große Internetauktionshaus war noch sehr klein und noch nicht in amerikanischer Hand) und später habe ich mir die Pentax 645 zugelegt.
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« Antworten #2 am: 01. Dezember 2005, 13:09:38 »

Hallo Minolta,

es gab in den 30er Jahren innerhalb der Boxkameras ganz enorme Qualitätsunterschiede, gerade hinsichtlich des Objektivs. Agfa Boxen hatten fast ausschließlich Meniskuslinsen als Objektive, deren schlechte Qualität damals nur deshalb nicht weiter auffiel, weil vor 1965 6x6 oder 6x9 Negative eigentlich nicht vergrößert wurden. Es wurden lediglich "Kontakte" gemacht.
Bei Zeiss Ikon gab es Boxen mit einem passablen Achromaten. Dessen Abbildungsqualität verblüfft durchaus noch heute. Nur in den extremeren Bildeckenlagen ist ein Schärfeabfall (wegen schlechter Korrektur der Bildfeldwölbung) zu sehen.
Allerdings: Da es sich meist um Fixfokus-Objektive handelt, sollte man sich dann auch in einem für solche Objektive gutmütigen Entfernungsbereich betätigen (Mittelgrund)...

Wer wissen möchte, wie schlecht Mittelformat wirklich sein kann, dem empfehle ich ein paar Experimente mit der russischen "Holga". Plastik-Meniskus als Objektiv... Grauenhaft... Holga-Bilder findet man zur Anschauung haufenweise im Netz, z.B. auch hier:
http://www.bildmaterial.ch/

gruß
Till
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« Antworten #3 am: 01. Dezember 2005, 13:14:15 »

Nachtrag:
"Zeiss Ikon Box Tengor" hieß diese Boxkamera mit dem durchaus brauchbaren Objektiv...

Till
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« Antworten #4 am: 01. Dezember 2005, 16:30:01 »

Hallo,
ich soll ich ca. 1 Monat einen Vergrößerer bekommen. Bis jetzt habe ich selbst entwickelt und zum Vergrößern ins Labor gebracht.

Habe gedacht, dass aufgrund der über 4-Fachen Fläche (6x6) das Mittelformat besser wäre. Werde mich dann nach den Objektiven mit Markennahmen orientieren.
Was gibt`s noch an guten Herstellern außer den Karl Zeiss?
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lexander
Rainer Hey
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« Antworten #5 am: 01. Dezember 2005, 19:51:31 »

Zitat von: "Minolta20"
Werde mich dann nach den Objektiven mit Markennahmen orientieren.


Das alleine hilft nicht - wie ich versucht habe zu erklären. Agfa selig war eine gute Marke - dennoch sind nicht alle Objektive gleich gut.

Gruß

Rainer
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Bubu_M
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« Antworten #6 am: 01. Dezember 2005, 21:15:48 »

Nun möchte ich aber gerne wissen, was du unter einer "alten Rollfilmkamera" und unter einem "Schnäppchen" verstehst?
Für mich fallen z.Z. auch einige Modelle wie z.B. Rollei, Meopta, Zeiss und auch Voigtländer unter diesen Begriff und ich denke dabei nun mal gar nicht an so Krücken wie die Boxkameras von AGFA und anderen Herstellern. Auch die Modelle Klick, Klack und wie sie alle hiessen sollte man einfach vergessen, da ist jede KB-Kamera aus den 70ern um Klassen besser.
Also wenn schon Mittelformat, dann etwas ordentliches, aber dann musst du auch mind. einen Hunni einkalkulieren....

LG
Bubu
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« Antworten #7 am: 01. Dezember 2005, 21:28:10 »

Eine beliebte Einstiegskamera ins Mittelformat ist auch die Yashica MAT, eine 2-äugige Spiegelreflexkamera ähnlich Rolleiflex, die in verschiedenen Modellvarianten bis in die frühen 90er Jahre gebaut wurde. Ihr Vorteil: eine ausgereifte Technik und ein gutes Objektiv. Nachteil: kostet natürlich ein bißchen mehr, als eine alte Box.
Wenn Rainer die Agfa Isolette für einen billigen Einstieg favorisiert, so darf man in dem Zusammenhang auch Voigtländer mit den Bessa-Kameras nennen. Der Name wird zwar heute für KB-Sucherkameras verwendet, zu originalen Voigtländer-Zeiten war das eine Mittelformat-Laufbodenkamera, die es über 20 Jahre lang und in einer Vielzahl von Untermodellen mit einer ebenso großen Vielzahl an Objektivvarianten gab. Wenn du so eine alte Bessa findest, achte darauf, daß sie ein Heliar Objektiv und einen Compur Verschluß hat. Vielleicht findest du auch ein Stück mit Apo-Lanthar Objektiv. Das wäre eine sehr seltene und früher sehr teure Variante...

Gruß
Till
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« Antworten #8 am: 01. Dezember 2005, 21:58:11 »

Zitat von: "Bubu_M"
Auch die Modelle Klick, Klack und wie sie alle hiessen sollte man einfach vergessen, da ist jede KB-Kamera aus den 70ern um Klassen besser


Im Prinzip stimme ich zu. Aber es gibt auch das - Agfa Clack mit Diafilm:

http://www.klein-aber-fein.de/zeitraum/german/geclacktes-00.htm

Gruß

Rainer
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« Antworten #9 am: 02. Dezember 2005, 11:39:26 »

So eine Clack war auch einmal meine erste Kamera... Schlimm war eigentlich die feste Belichtungszeit von ich glaub 1/30 oder bestenfalls 1/50 Sek. Im kindlichen Eifer sind dann einfach sehr viele Aufnahmen verwackelt gewesen...

Gruß
Till
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