Hallo Lenny,
eine Farbsehschwäche ist sicher nicht die ideale Voraussetzung für einen Beruf, der mit Fotografie zu tun hat. Möglicherweise kann man dieses Handycap durch Erfahrung kompensieren. Was hat Dich den dazu bewogen, die Fotografie zum Beruf machen zu wollen? Welche Erfahrungen hast Du schon als Hobbyfotograf? Hast Du schon eine Webseite, auf der man Deine Bilder ansehen kann?
Ich vermute, daß die Probleme nicht so sehr beim Fotografieren, sondern später bei der Nachbearbeitung am PC-Bildschirm auftreten. Das kannst Du zu Hause ausprobieren. Ohne Kalibrierung der Arbeitskette (Monitor/Drucker) wird es aber nicht funktionieren. Ich gehe dabei stillschweigend davon aus, daß Laborarbeit im eigentlichen Sinne (analoges Material in der Dunkelkammer verarbeiten) spätestens dann, wenn Deine Ausbildung beendet ist, nur noch ein Nischendasein fristet.
Ob man gut davon leben kann? Nur wenige Fotografen leben gut von ihrem Job. Die Konkurrenz ist groß; mit der Aufhebung des Meisterzwangs bietet jedes Fotogeschäft diese Dienstleistungen (Hochzeitsfotografie, Studioaufnahmen etc.) an.
Sieh Dich doch einfach mal in Deiner Gegend um und suche den Kontakt zu den Inhabern der Fotogeschäfte und Fotostudios und frage nach Ausbildungsmöglichkeiten. Werbestudios kann man auch mal fragen, ebenso Zeitungen und Verlage. Die regionalen Tageszeitungen suchen aber eher Allrounder, die schreiben UND fotografieren.
Was die akademische Schiene angeht, verlinke ich eine zurückliegenden Thread:
http://www.foto-erhardt.de/foto-forum/viewtopic.php?t=2945&highlight=studium(die Links sind das interessanteste)
Die Frage ob freiberuflich oder angestellt: ohne berufliche Erfahrung und Kontakte führt die Freiberuflichkeit mit Sicherheit zu Hartz 4 :-)
Es gibt in der Fotografenbranche auch etliche Seiteneinsteiger. Das Internet ist ja das ideale Medium, um mit wenig Kapitaleinsatz seine Arbeiten einem großen Publikum bekannt zu machen. So ist es z.B. einigen Mitgliedern der Fotocommunity (meine Welt ist es nicht, das ist aber ein anders Kapitel) gelungen, das ein oder andere Bild zu verkaufen. Mit etwas Glück wird die Nachfrage mit der Zeit so groß, daß man davon leben kann. Man sollte aber nicht vergessen, daß Erfolg zu 99 % aus Transpiration und nur 1 % aus Inspiration besteht :-)
Gruß
Rainer