23. Mai 2012, 12:34:44
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Autor Thema: Blende und Belichtung für Naturaufnahmen  (Gelesen 2640 mal)
klabola
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« am: 21. September 2005, 11:55:26 »

Hallo,

ich habe im Forum zwar schon einiges über Blende und Belichtungszeit gelesen, aber für mein "Problem" habe ich noch keine befriedigende Antwort gefunden.

Erstmal zum technischen :
Habe eine Minolata Dynax 5, Objektiv 3,5-5,6 28 - 100 und bevorzuge FujiFilme (i.dR. Superia 400)

Jetzt mein Problem:

Gerade bei Landschaftsaufnahmen kann ich nicht den Himmel so herausarbeiten, wie er in der Wirklichkeit aussieht. Sind die Wolken z.B. groß, mächtig und dunkel am aufziehen, aber ich stehe noch in der Sonne, so sieht der Himmel auf dem Foto später mehr oder weniger wie eine graue Masse aus (Autobelichtung). Auch bei schönen weißen Haufenwolken stellt sich das Problem dar. Es ist dann schon ärgerlich, wenn z.B. ein Leuchtturm vor einer grauen Wolkenmasse auf dem Bild ist, obwohl in der Wirklichkeit der Moment wesentlich schöner und fotografisch attraktiver gewirkt hat (hier sehe klare Vorteile einer Digitalkamera..... - man kann gleich schauen ob das Bild etwas georden ist..., habe mich aber bewusst für analog entschieden).
Nun habe ich schon probiert, mit der Blende etwas zu spielen, aber die Kamera passt ja die Belichtungszeit automatisch an. Also mache ich die Blende zu, wird die Belichtungszeit entsprechend länger. Mein Objektiv lässt natürlich auch nur bedingte Versuche zwischen Blende und Belichtung zu, aber ich denke dass es trotzdem mehr an meinem Verständnis als am Objetiv liegt....!?!
Kann man im allgemeinen sagen, dass für mein geschildertes Problem die Blende immer etwas mehr zugemacht werden sollte, als die integrierte Messung vorschlägt, aber die Belichtung beibehalten wird?

Wäre für Tips und Anregungen dankbar!
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Rainer Hey
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« Antworten #1 am: 21. September 2005, 13:16:06 »

Hallo Klabola,

klar, wenn Du im Automatikmodus an einem der Parameter drehst (Blende), verändert die Kamera den anderen Parameter (Belichtungszeit), um die Lichtmenge, die auf den Film trifft, anzupassen.

Wenn Du bewußt von der Belichtung, die die Kamera vorschlägt, abweichen willst, mußt Du entwder im manuellen Modus oder mit der Belichtungskorrektur arbeiten.

Deine Unzufriedenheit mit den Bildern hat aber noch andere Ursachen.

In den Großlabors wird die Ausbelichtung (Herstellung der Papierbilder) von Automaten gesteuert wird, die natürlich nicht wissen, was der Fotograf gewollt hat. Dazu kommt, daß Fotopapapier große Kontraste nur bedingt wiedergeben kann. Wenn die hellen Bereiche korrekt belichtet sind (Strukturen der Wolken sichtbar), saufen die dunklen Bereiche ab - wenn die dunklen Bereiche korrekt belichtet sind, verlieren die hellen Bereiche ihre Struktur.

In der eigene Dunkelkammer würde man bestimmte Motivteile unterschiedlich belichten (Abwedeltechnik) und käme so zu einem brauchbaren Ergebnis.

In der Digitaltechnik bewältigt man das Problem, indem man von einem Motiv (Stativ erforderlich) mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungswerten macht und diese dann mit Hilfe der EBV (Photoshop) übereinanderlegt (vereinfacht ausgedrückt). Noch einfacher ist die Übertragung der Dunkelkammertechnik, d.h. man fertigt Masken an, um ein Motivteil isoliert aufzuhellen.

Wenn Du weiter analog Fotografieren willst, kannst Du das Problem nur lösen, wenn Du die Papierbilder in einem Stundenlabor (Fuji Frontier z.B. in einer Foto-Erhardt-Filiale) anfertigen läßt, wo Du dem Bedienpersonal Vorgaben machen kannst. Das kostet natürlich deutlich  mehr als die 5 Cent im Drogeriemarkt. Oder Du steigst in die Dunkelkammertechnik ein.

Die Alternative ist, die Negative mit einem hochwertigen Filmscanner zu scannen und per EBV nachzuarbeiten. Für diese Technik ist aber m.E. ein Diafilm besser geeignet. Für den Preis eines hochwertigen Filmscanners bekommst Du aber auch die digitale Dynax 5D :-)

Anders ausgedrückt: wer nicht bereit ist, für die Herstellung der Papierbilder einen gewissen Aufwand (technisch, zeitlich, kostenmäßig) zu betreiben, ist m.E. heutzutage mit der Digitaltechnik besser bedient.

Gruß

Rainer
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Anonymous
Gast
« Antworten #2 am: 21. September 2005, 14:42:29 »

Hallo Rainer,

danke für Deine ausführliche Antwort.

Man wird machmal schon neidisch, wenn man tolle Bilder - auch hier im Forum - sieht und sich dann fragt "Was mache ich falsch?"  :lol:

Nun der Tip mit dem Fotolabor ist schon mal hilfreich. Aber welche Vorgaben brauchen die dann dort? (In Wiesbaden gibt es ein Fujilabor)

Vielleicht würde auch ein statisches Objektiv (50-er Brennweite) hilfreich sein. Zoomobjektive sind ja immer ein gewisser Kompromiss, wenn man nicht gerade ein Vermögen dafür ausgeben kann oder will...

Wäre auch folgendes denkbar?:

Die Automatik misst beispielsweise Blende 5,6 und 1/300. Wenn ich jetzt in den Modus der manuellen Blende wechsel und die Blende runter nehme (z.B. auf 8 oder 11) die Belichtung aber gleich belasse?
Bzw. als Faustformel: je kleiner die Blende (bei konstaneter Belichtung) desto mehr Kontrast auf dem Bild (soweit das dann mit den Mitteln der analogen echnik möglich ist....)?

Mittlerweile erkenne ich mehr und mehr die Vorteile der digitalen Fotografie. Aber analog hat auch Vorteile: Man löscht nicht gleich drauf los.... :wink:


Gruß klabola (Olaf)
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klabola
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« Antworten #3 am: 21. September 2005, 15:08:39 »

ups,

warum die Antwort jetzt unter Gast erschienen ist - keine Ahnung - war eigentlich eingeloggt....

Gruß klabola :?:
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Rainer Hey
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« Antworten #4 am: 21. September 2005, 15:19:41 »

Hallo Olaf,

Zitat: "Die Automatik misst beispielsweise Blende 5,6 und 1/300. Wenn ich jetzt in den Modus der manuellen Blende wechsel und die Blende runter nehme (z.B. auf 8 oder 11) die Belichtung aber gleich belasse?"

Ersetze "Belichtung" durch "Belichtungszeit und es wird richtig. Das Wort "Belichtung" steht für das Ergebnis aus Blende UND Belichtungszeit.

Der Rest ist leider falsch. Der Kontrast wird nicht insgesamt besser, sondern es werden die Strukturen in hellen Motivbereichen besser sichtbar. Du mußt bei kontrastreichen Motiven schon bei der Aufnahme entscheiden, ob Du auf die Lichter oder auf die Schatten belichten willst.

Aber wie gesagt, bei den Abzügen aus dem Großlabor wirst Du keine Unterschiede erkennen. Zum Lernen dieser Zusammenhänge empfehle ich deshalb, Diafilme zu verwenden. Nur damit bekommst Du eine direkte  Rückkopplung.

Die Bildqualität einer Festbrennweite ist in der Regel besser als die eines Zoomobjektivs. Die Probleme bei kontrastreichen Motiven bleiben aber bestehen.

Dem Laborpersonal mußt Du sagen, wie das Bild aussehen soll. Da die Negative in den modernen Maschinen gescannt und elektronisch verarbeitet werden, bekommt man vermutlich auch den Kontrastumfang in den Griff - wenn das Personal die Maschine gut bedienen kann.

Wenn Du willst, daß andere neidisch auf Deine Bilder werden:

www.fotolehrgang.de

und viele andere hilfreiche Links, die ich immer wieder poste. Einfach mal einige Beiträge zurücklesen. Du solltest auch keien Scheu haben, Deine Bilder zur Diskussion zu stellen - hie rin der Galerie z.B. Nur so kannst Du lernen.

Gruß

Rainer
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« Antworten #5 am: 26. September 2005, 16:18:21 »

Zitat von: "klabola"
Gerade bei Landschaftsaufnahmen kann ich nicht den Himmel so herausarbeiten, wie er in der Wirklichkeit aussieht. Sind die Wolken z.B. groß, mächtig und dunkel am aufziehen, aber ich stehe noch in der Sonne, so sieht der Himmel auf
...


Wenn ich Dein Problem richtig verstehe, solltest Du Dich mal  ueber Grauverlaufsfilter informieren. Cokin bietet da zum Beispiel den P120 an. Beispiele sollten sich ueber Google finden lassen.

Auch ein Polfilter kann da manchmal helfen. Vor allem wenn es gilt das sprichwoertlich "Blaue" vom Himmel zu holen ;-)

- Juergen -
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Tommi Dilemma
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« Antworten #6 am: 26. September 2005, 22:51:30 »

Hallo,
da ich viele Landschaftsaufnahmen mache, ist mir natürlich ein "imposanter" Himmel oft wichtig. Allerdings fotografiere ich nur in S/W, wo ich sehr oft den Rot - sowie/und den Polfilter einsetze, um das Blau in einen sehr dunklen Ton umzuwandeln. Belichtungs- und Blendenwerte berücksichtige ich da nicht sonderlich (also auf den Himmel bezogen). Wenn du mit Farbfilm arbeitest, dann sollte ein Polfilter, wie "jimora" schon meinte, schon einiges bringen, ansonsten auch mit Orange und Rotfilter (da automatisch längere Belichtungszeiten) mit Stativ experimentieren.
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klabola
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« Antworten #7 am: 02. Oktober 2005, 18:06:01 »

Hallo,

erstmal vielen Dank für Eure Anregungen und Tips. Habe nun auch ein paar Fotos hochgeladen.

Das Foto mit den Fischerbooten ist ein Beispiel zur Thematik um die es mir geht. Es zog ein heftiges Gewitter auf. Aber die Intensität der Farben kommt auf dem Foto leider nicht so zur Geltung....

Freue mich auf Kritik und Anregungen. Muss dazu sagen, dass die Fotos von einer Foto-CD aus dem Labor stammen.

@Rainer:
es lag an Opera!

Gruß klabola
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Rainer Hey
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« Antworten #8 am: 02. Oktober 2005, 19:21:11 »

Hallo Klabola,

wenn die Bilder von einer 5-Euro-CD aus dem Großlabor stammen, erübrigt sich jede Diskussion über Farben. Die Qualität ist in der Regel hundsmiserabel und taugt nur zu Archivierungszwecken.

Ein Polfilter hätte bei dem Gewitter-Bild vermutlich wenig geholfen. Ein guter Scan und anschließende EBV (Tonwertkorrektur + Grauverlauf) kann aber etwas ausrichten.

Gruß

Rainer
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