22. Mai 2012, 19:50:21
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Autor Thema: Color Foto: DSLRs stellen nicht richtig scharf  (Gelesen 2654 mal)
Anonymous
Gast
« am: 01. September 2004, 11:24:02 »

http://www.colorfoto.de/sixcms/media.php/258/0904Autofokus_cofo.pdf
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« Antworten #1 am: 01. September 2004, 22:25:53 »

Hallo zusammen,

dann schauen wir uns das doch mal genauer an. Die Colorfoto führt also 7 mögliche Ursachen für die fehlerhafte Auto-Fokussierung bei Digital-SLRs an.

1. Dejustierte AF-Sensoren
Sicher ein mögliches Problem, welches aber bei analogen SLRs in gleicher Weise auftreten sollte.

2. Einflüsse der Sensorschichten
Stimmt, das ist tatsächlich ein Problem, das sich so bei analogen SLRs nicht findet.

3. Minimale Toleranzen
Eine Auflösungsbetrachtung ausschließlich nur über Vergleich Korngröße zur Pixelgröße ist ohnehin nicht angemessen, da z.B. beim Film die ISO-Empfindlichkeit und die Korngrößenverteilung berücksichtigt werden müssen und beim Bildwandler die Abhängigkeit des Rauschens von der Empfindlichkeit oder Temperatur.
Wenn aber die Auflösung des CCD tatsächlich der von KB-Film deutlich überlegen sein sollte, stellt das dennoch keine höheren Anforderungen an die AF-Qualität, jedenfalls nicht, solange man Papierabzüge gleichen Formates von analogen und digitalen SLRs vergleicht.
Also auch dies kein D-SLR spezifisches Problem.
Allerdings werden Schwächen des AF (und auch sonstige Probleme wie Linsenfehler oder Verwacklung) bei DSLRs (oder generell Digicams) gnadenlos sichtbar, wenn man die Bilder bei voller Vergrößerung am Monitor ansieht.

Unter diesem Punkt auch noch aufgeführt sind Abnutzung der Mechanik der Objektive (nicht D-SLR-spezifisch), und die Unebenheit der Bildwandler selber. Letzteres würde man im analogen Bereich mit der begrenzten Planlage der Filme vergleichen müssen, die sicher WESENTLICH größer ist. Also eher ein Problem der analogen Kameras, aber nicht der D-SLRs.
   

4. Fokusverschiebung bei unterschiedlichen Blenden
Das ist ein reines Problem der Objektive und damit nicht D-SLR spezifisch.

5. Bildfeldwölbung
Das ist ein reines Problem der Objektive und damit nicht D-SLR spezifisch.

6. Ansteuerung der Motoren
Das ist ein Problem der Regelungstechnik bei der Ansteuerung der Objektive und nicht D-SLR spezifisch.

7. Dezentrierte Objektive
Das ist ein reines Problem der Objektive und damit nicht D-SLR spezifisch.


Also, wenn ich geistig heute nicht total neben der Spur bin, dann sind 6 der 7 Punkte in keinster Weise Probleme der D-SLRs, sondern generelle Probleme von AF-SLRs.
Eines der 7 verbleibt als D-SLR spezifisch, kann aber größtenteils korrigiert werden.
Die Autoren machen ohnehin bei allen 7 Problemen keinerlei Angaben zur Auftretenswahrscheinlichkeit oder zur Größenordnung der sichtbaren Auswirkung bzw. zum prozentualen Anteil an der Unschärfe (quantitative Angaben fehlen im gesamten Artikel, egal wozu).

Fazit:
Billigste Polemik auf B**D-Zeitungs-Niveau mit fetter Schlagzeile, die pauschal behauptet, das DSLRs nicht scharf stellen können ("COLOR FOTO beweist"). Das ganze dann nochmal verschärft und pauschalisiert für DSLRs in der Zusammenfassung der Artikels.
Im Artikel selber dann nur noch laue Luft und nicht mal die Richtigstellung der polemischen Titelaussage. Statt dessen lässt bewusst die Interpretation beim Leser zu, dass D-SLRs schlechter fokussieren als analoge SLRs.

Versucht ColorFoto hier gerade gegen Stiftung Warentest im Wettbewerb um den Guinness-Buch-Eintrag für den absurdesten Test in Bereich Foto anzutreten ?

Gruß,
Dirk
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« Antworten #2 am: 02. September 2004, 06:44:32 »

Hallo,

konnte dem Artikel auch nicht so richtig folgen. Ich hatte bis jetzt noch keine AF-Probleme. Wenn es etwas Unscharf war, hatte ich entweder verwackelt, oder das Objektiv konnte es einfach nicht besser weil die Optik schlecht ist.

Gruß
Thomas
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Rainer Hey
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« Antworten #3 am: 02. September 2004, 09:36:55 »

Hallo Dirk

Sicherlich hätte man die Schlagzeile des Artikel auch anders formulieren können. Dennoch ist es beachtenswert, daß eine Zeitschrift wie ColorFoto ein Thema aufgreift, das bereits in vielen Foren heiß diskutiert wird. Sicherlich haben die im Artikel aufgeführten Probleme nicht nur etwas mit der neuen (Digital)Technik zu tun.

Neu und aktuell sind aber zwei Dinge

1.Mit guten hochauflösenden verzerrungsfreien TFT-Monitoren stehen den Hobbyfotografen erstmals flächendeckend präzise Messinstrumente zur Verfügung, die nicht nur die selbst verursachten Fehler, sondern auch Fehler und Defekte sowie Exemplarstreuungen von Objektiv und Kamera erkennbar machen.

2.Mit dem Internet und dem Usenet verfügen diese Menschen erstmals über die Möglichkeit, weltweit über diese Probleme zu diskutieren.

Man kann den Artikel deshalb auch so lesen:

Über Jahrzehnte haben Industrie und Handel durch die Werbung Endverbraucher herangezogen, die blind auf die Technik vertrauten. Jedes technische Problem, das auftauchte, konnte als bedauerlicher Einzelfall dargestellt werden. Schuldzuweisungen waren üblich: das Labor behauptete, daß die Kamera den Film zerkratzt. An den unscharfen Bildern ist das Objektiv des Diaprojektors oder Vergrößerers schuld usw. Der Kunde hatte kaum die Möglichkeit, den Gegenbeweis anzutreten und zweifelte manchmal an sich selbst (eigene Erfahrungen).

Inzwischen ist vieles objektivierbarer geworden. Aufnahmedaten sind dank EXIF nachvollziehbar und ein guter Monitor deckt gnadenlos jeden Fehler auf - natürlich auch die selbstgemachten. Der Erfahrungsaustausch in den Foren hilft, die selbstgemachten von den unverschuldeten Problemen zu trennen – so wie es hier im Forum laufend gemacht wird.

Es stellt sich nun heraus, daß unterm Strich eine Menge Probleme bleiben, die der Technik zugeschrieben werden müssen. Bei den immer kürzeren Entwicklungszyklen ist das auch nicht vermeidbar (warum das so ist, wäre eine Betrachtung wert, ist aber kein Thema der Fotografie). Fast jedes Produkt könnte man als Bananenprodukt bezeichnen (reift beim Kunden).

Angesichts der Komplexität technischer Geräte ist das auch kein Wunder und man könnte auch damit leben, wenn Hersteller und Handel sich auch auf diese Feststellung einlassen könnten. OK, die Minolta Z3 hat einen Bug (nur als aktuelles Beispiel),kein Problem, lieber Kunde, wir schicken das Gerät zu Minolta und Du bekommst für die Reparaturzeit eine Ersatzkamera. Minolta bedauert nicht den tragischen Einzelfall, sondern bedankt sich beim Kunden, daß er mitgeholfen hat, einen Fehler zu finden. Allen neu ausgelieferten Kameras wird ein Merkzettel beigelegt, auf dem die Kunden ausdrücklich aufgefordert werden, im entsprechenden minoltaeigenen Forum, in dem sich auch regelmäßig ein Firmenvertreter blicken läßt, zu berichten.

Daß dies keine Utopie sein muß, zeigt dieses Forum hier. Mal sehen, ob die Industrie noch lernfähig ist.

Gruß

Rainer
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« Antworten #4 am: 02. September 2004, 11:26:14 »

Hallo Rainer,

wenn ColorFoto das ganze auch nur ungefähr so dargestellt hätte wie Du, hätte ich damit auch gar kein Problem.
Ich zweifle die Ergebnisse und die gelisteten möglichen Ursachen prinzipiell auch gar nicht an.

Ich kritisiere aber die reisserische Überschrift nach dem Motto "D-SLRs haben prinzipielle Probleme mit dem AF" und den entsprechend unreflektierten Umgang damit, der dazu führt, dass viele Leser glauben könnten, das sei NUR ein Problem der D-SLRs.

Der gleiche Test mit analogen SLRs mit enstprechend hochwertigen großformatigen Handabzügen sollte m.E. die (nahezu) gleichen Probleme zu Tage bringen.

Weiterhin fehlt im Bericht praktisch jede quantitative Aussage. Ich bin Naturwissenschaftler, sowas einen "Beweis" zu nennen, ist einfach nur lächerlich. Mag sein, dass die quantitativen Aussagen bei ColorFoto intern vorhanden sind, aber der Bericht selber gibt dazu nichts her und ist daher nicht aussagekräftig.

Mich würde mal interessieren, wie ein Test mit ähnlichem Ziel bei der CT ausfallen würde und wie dort darüber berichtet würde.

Im Übrigen ist es doch toll, dass die digitale Verarbeitung es heute erlaubt, (fast) optimale, reproduzierbare Ergebnisse zu recht günstigen Preisen zu erhalten. Ich versuche aber nicht, auf 50x75 Abzügen auf 10 cm Betrachtungsabstand die Treppcheneffekte zu finden, sondern freue mich an den - technisch - hervorragenden Bildern (Für mein beschränktes Talent der Bildgestaltung kann ich ja die Technik nicht verantwortlich machen).

Gruß,
Dirk
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Peter21
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« Antworten #5 am: 02. September 2004, 19:47:06 »

Hallo,

ich kann sowohl Rainers als auch Dirks Beiträgen oben etwas abgewinnen. Auf jeden Fall ist es COLORFOTO zu danken, dass man sich generell der Digitalfotografie stellt und versucht, die neuen Felder redaktionell zu beackern. Insbesondere die neue Test-Methodik, Objektive auf Chip-Typen zu beziehen, ist meiner Meinung nach uneingeschränkt lobenswert.

Auch die AF-Geschichte gehört nun ANSATZWEISE in diese Richtung. Ich sehe es aber auch so, dass die Story ziemlich unausgegoren ist und ein wenig den Eindruck nach Sommerloch-, soll heißen Vor-Photokina-Loch-Auffüllung erweckt. Sie schickt letztlich den gewogenen Digi-SLR-Freund in den Regen - und läßt ihn dort stehen. Das Ganze klingt dann irgendwie nach: "Liebe CF-Leser, kauft (oder wenigstens lest) mal schön alle unseren nächsten Ausgaben; vielleicht kriegen wir doch noch was brauchbares zu der Problematik raus!"

Interessant oder vielmehr bezeichnened sind in diesem Zusammenhang die abgedruckten Stellungnahmen der Hersteller. Haarscharf (oder meilenweit) am Thema vorbei, werden erstmal Nebenkriegsschauplätze eröffnet: Nikon nutzt die Gelegenheit, um den Fremdherstellern eins draufzuhauen, und Tamron begreift die Sache als verkaufsfördernde Maßnahme für seine Digi-Objektive. Was lernen wir daraus? Frage nie einen Hersteller, wenn es um seine Produkte geht!
Ach ja, fast vergessen, Zeiss durfte sich auch noch über zwei volle Seiten ausbreiten. Die letzten Worte lauten: "...erzeugt beim Phasendetektions-Verfahren einen Fokusfehler." Punkt - Aus - Ende der Durchsage. Soll wohl soetwas bedeuten wie: Problem zwar erkannt, Fokusfehler macht aber eigentlich nix! Es verhält sich halt wie mit allen objektiven Wahrheiten - sie nützen einem nichts. Bestenfalls ist der Beitrag in seinem Betriebsanleitungs-Stil deplatziert, "Das Preußische Monatsblatt der  Optikerinnung" (falls es sowas gab/gibt) wäre besser gewesen :lol:

Gruß,
Peter
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« Antworten #6 am: 02. September 2004, 22:46:17 »

Zitat von: "Rainer Hey"
Der Erfahrungsaustausch in den Foren hilft, die selbstgemachten von den unverschuldeten Problemen zu trennen – so wie es hier im Forum laufend gemacht wird.
Seit ich das Medium Internet nutze, bzw. seit der Erfahrungsaustausch gerade dort immer breiter wird, ist für mich die Zeit der Testmagazine vorbei. Zum einen sind alle Tests immer so neutral wie der Tester/Redakteur es zulässt (da sind die Meinungen vieler User, wenn auch gegensätzlich, sicher statistisch wertvoller), zum anderen galt mal in der Werbung "Sex sells". Heute ist das vermutlich vorbei (teilweise jedenfalls), in der Zeit der Medienvielfalt gilt offenbar "Sensation sells". Information ist Nebensache, Hauptsache die Auflage lässt sich verkaufen. Mit der Schlagzeile "D-SLR getestet" kann man am nächsten wohl einen Fisch auf dem Markt einwickeln, aber kein Blatt verkaufen. Blöd-Zeitungsniveau scheint das Zeichen der Zeit zu sein, um den Umsatz zu retten.

Schade um die Illustrierten, meinen Monitor und die Tastatur kann ich schlecht mit dem Glas Rotwein auf den Balkon nehmen. Heute nehme ich ein Buch mit, keinen ultimativen Test über ach so verbrecherische Praktiken irgendwelcher Hersteller.
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Kay
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« Antworten #7 am: 02. September 2004, 22:47:23 »

Ooops *meld* das war ich *schäm*

Zwinkernd
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Gruß - Kay
Dalt_Wisney
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« Antworten #8 am: 03. September 2004, 08:53:40 »

Hallo !

Zitat
Interessant oder vielmehr bezeichnened sind in diesem Zusammenhang die abgedruckten Stellungnahmen der Hersteller. Haarscharf (oder meilenweit) am Thema vorbei, werden erstmal Nebenkriegsschauplätze eröffnet: Nikon nutzt die Gelegenheit, um den Fremdherstellern eins draufzuhauen, und Tamron begreift die Sache als verkaufsfördernde Maßnahme für seine Digi-Objektive. Was lernen wir daraus?


Das es auf dumme Fragen eben auch nur dumme Antworten gibt! Was hätten die Hersteller denn auf die tiefschürfenden Erkenntnisse (jedenfalls den Teil, der gedruckt wurde) der ColorFoto antworten sollen ? Ich finde, beide haben einfach nur auf dem selben Niveau geantwortet, das ColorFoto vorgegeben hatte.

Gruß,
Dirk
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