06. Februar 2012, 10:53:09
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Autor Thema: Nikon Standard-Zoomobjektive  (Gelesen 9478 mal)
Kay
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« am: 22. Juni 2004, 02:11:03 »

Nikon-Standardzoom-Objektive – ein Anwendertest


Am Anfang stand der Wunsch nach „mehr“ Brennweite – hatte ich mich doch bisher mit einem Zoom ab 28mm zufrieden gegeben, vernahm ich doch den Ruf nach einer kleineren Anfangsbrennweite immer deutlicher. Im Forum hörte ich den Rat immer öfter, dass 24 mm der Weisheit beinahe letzter Schluss sei. Umgeschaut in der Palette der Nikkore fanden sich dort das 24-50 und das 24-120. Ersteres schied aus, sollte doch das bisherige 3,5-5,6/28-80D ersetzt werden. Dann war da aber auch das 18-35 ... sollte vielleicht nicht doch anstatt des 28-80 zusätzlich ein WW-Zoom her? Fragen über Fragen ...Doch der Reihe nach Zwinkernd

Aus einem Gespräch mit michael Hager entstand der Gedanke, einmal die Möglichkeiten, ein Standardzoom (wie es das 3,5-5,6/28-80D ist) mit einem WW-Zoom zu erweitern bzw. durch ein anderes, höherwertiges zu ersetzen, mit einem Test zu verbinden. Es kamen folgende Objektive in näheren Betracht:

Nikkor 3,5-5,6/24-120 D IF (550 g, UVP 749€)
Nikkor 3,5-4,5/28-105 D IF (505 g, UVP 469€)
Nikkor 3,5-4,5/18-35 D ED IF (370 g, UVP 719€) als echtes WW-Objektiv zum Vergleich am “kurzen” Ende

Die Firma Foto-Erhard stellte mir die drei genannten Objektive für rund zwei Wochen zur Verfügung, sie zurückzuschicken fiel mir am Testende doch sehr schwer.
Zusätzlich standen mir die (eigenen) Nikkore 3,5-5,6/28-80D und 4-5,6/70-300 D ED (zum Vergleich am „langen“ Ende) zur Verfügung. Verglichen werden die drei Standardzooms, die beiden anderen Objektive (18-35 als WW, 70-300 als Tele) dienen nur als Vergleiche bei den Eckbrennweiten. Angesetzt wurden diese Objektive an eine Nikon F65. Im folgenden werden nur noch die Brennweitenbereiche genannt, um die Lesbarkeit zu verbessern.

Das 28-80 entstammt aus einem Set-Angebot, ursprünglich mit einer F60 erworben, hat es eine Zeit gute Dienste geleistet. Optisch gehört es in die Consumer-Class, für Abzüge bis 10x15 und bescheidene Ansprüche wird es ausreichen. Ist der Tubus ausgezogen und schüttelt man es, klappert es leicht (kein Witz)... Es entspricht also voll den allgemeinen Aussagen, dass es eher zu den Billigobjektiven zu rechnen ist.
Manuelles Fokussieren ist wegen des klapprigen Aufbaus schwierig, der AF arbeitet mit dem 28-80 aber ganz ordentlich und zügig.
Qualitativ steht es den beiden anderen Standardzooms (28-105 bzw. 24-120) eindeutig nach, Vergleichsfotos zeigen deutliche Verzeichnungen bei 28 mm und bei 80 mm, die Vignettierung bei offener Blende ist an den dunklen Bildecken klar erkennbar. Abblenden hilft hier (wie bei allen Zoom-Objektiven). Da aber bei mittleren Brennweiten schon auf 5,6 bis 8 abgeblendet werden müsste, verlängern sich die Belichtungszeiten schon stark, sodass fast schon Blitzeinsatz oder gutes (Sonnenschein-)Wetter Voraussetzung sind. Am „langen“ Ende (80mm) kommt dann schon Blende 11 dabei raus, hier wird es langsam schwierig. Auch die Abbldungsschärfe lässt (im direkten Vergleich zu den beiden anderen Objektiven) zu wünschen übrig. Die fotografierte Klinkerwand wird zum Ende hin nicht mehr scharf abgebildet, Details in den Steinen verschwimmen.

Vom Brennweitenbereich direkt vergleichbar ist das 28-105, das in eine andere Preisklasse gehört (UVP: 469 €) und bereits beim In-die-Hand-nehmen einen ganz anderen Eindruck hinterlässt. Deutlich schwerer (195g vs. 455g), viel präziser montiert und völlig spielfrei, hat es Features, die das 28-80 schnell in der Schublade verschwinden lassen. Zum einen ist es innenfokussiert, was den AF entlastet und beschleunigt (geringere Massen), ausserdem rotiert die Frontlinse nicht, was den Einsatz von Filtern sehr vereinfacht. Darüberhinaus hat es eine Makro-Funktion, die einen Abbildungsmaßstab von 1:2 und eine Naheinstellgrenze von 33 cm erreicht. Der Fokusring ist gummiert und ist spielfrei eingepasst, nicht so klapprig wie beim 28-80 und lässt präzises Scharfstellen zu.
Verzeichnungen an den Zoom-Grenzen sind kaum sichtbar (aber unter der Lupe schon auszumachen), Vignettierung ist vorhanden (wie bei allen Zoom-Objektiven), es reicht aber eine Blendenstufe, um sie aufzuheben. Damit ist dann auch der Ruf nach einem Stativ nicht so laut wie bei dem eben beschriebenen 3,5-5,6/28-80D. Auch die schon angesprochene Klinkerwand musste wieder herhalten: Gegenüber dem 28—80 ist ein ganz klarer Vorsprung auszumachen, die Einzelheiten in den Steinen und Fugen treten deutlich hervor, da verschwimmt nichts. Der Umstieg lohnt also in jedem Fall.

Zuletzt kam das 3,5-5,6/24-120 D IF an die Reihe. „Was für ein Brummer!“ habe ich gedacht, als ich den Karton geöffnet und das Objektiv herausgenommen hatte. War das 28-105 schon kein ausgesprochenes Leichtgewicht (455g), bringt das 24-120 noch einmal fast 100g mehr auf die Waage. Mit 550g Lebendgewicht ist es zwar einerseits recht schwer, liegt dafür andererseits (auch wegen seines Durchmessers von 79mm) hervorragend in der Hand. Es ist genau wie das 28-105 völlig spielfrei, Zoom- und Fokusring laufen sauber und präzis einstellbar. Auch in Telestellung mit maximal ausgezogenem Tubus ist kein Wackeln feststellbar.
Weil innenfokussiert hat es die gleichen Vorteil wie oben schon beschrieben, trotz des höheren Gewichts waren keine Unterschiede in den Fokussierzeiten merkbar (der Zoommotor muss ja auch nicht alle Linsengruppen, sondern nur eine bewegen). Auch dreht sich hier ein angesetzter Filter nicht mit, wichtig (oder hilfreich) beim Einsatz eines Farbverlaufs- oder eines Polarisationsfilters.
Was sich beim 28-105 als „Macro-Funktion“ bezeichnet (verkürzen der Naheinstellgrenze auf 33cm) beherrscht das 24-120 leider nicht. Bei einem Abstand Objekt-Filmebene von 50 ist das Ende der Fähigkeiten erreicht.
Die Bildqualität lässt kaum Wünsche offen, es spielt mit dem 28-105 in der gleichen Liga. Die Eckbrennweiten (24mm und 120mm) sind prinzipbedingt die, bei denen Bildfehler am ehesten registriert werden können. Vergleichsaufnahmen zeigen, dass ein klassisches Weitwinkelzoom (das o.a. 18-35) bei 24mm bessere Ergebnisse liefert, was auch nicht verwundern kann. Es gilt aber auch für das 3,5-5,6/24-120D IF, dass Vignettierungen bei WW-Brennweiten durch leichtes Abblenden vermieden werden können. Damit kommt es aber am langen Ende (120mm) auch schon wieder in Bereiche, wo Blendenzahlen um 8 und höher zu relativ langen Belichtungszeiten führen können. Was die Abbildungsschärfe angeht, steht das 24-120 dem 28-105 in nichts nach. Auch hier ist der Detailreichtum klar besser als beim 28-80, wo ersteres schon schwammig abbildet, sind beim 24-120 noch klare Strukturen und Einzelheiten sichtbar. Ein Unterschied zwischen dem 24-120 und dem 28-105 allerdings ist mit bloßem Auge schwierig festzumachen. Vielleicht ist es ein subjektiver Eindruck (ich habe keine Messtechnik zur Hand), aber es scheint, dass das 24-120 das etwas klarere Bild liefert. Festlegen möchte ich mich darauf allerdings nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Set-Objektiv 3,5-4,5/28-80D als Einsteigerobjektiv reicht, wenn die Ansprüche nicht über Schnappschüsse im halben Postkartenformat hinausgehen. Wer „mehr“ möchte, ist mit den beiden (dafür deutlich höherpreisigen) Standardzooms besser bedient. Die 4mm Unterschied in der Anfangsbrennweite zwischen dem 28-105 und dem 24-120 sind sehr deutlich sichtbar, das größere und schwerere bietet auch mehr Weitwinkel. Am langen Ende fallen die 15mm mehr Brennweite nicht mehr so ins Gewicht, man erkauft sie sich mit dem Verlust einer halben Blendenstufe und entsprechend verlängerten Belichtungszeiten.

Nachtrag: Das 3,5-4,5/28-105D IF ist weiterhin wie beschrieben im Handel, das 3,5-5,6/24-120 ist seinem Nachfolger AF-S VR 24-120mm/3.5-5.6G IF-ED gewichen, das mit einem Ultraschallmotor und Bildstabilisator ausgestattet ist, dafür aber als „G“-Objektiv keinen Blendenring mehr hat. Der AF-S entlastet die Kamera und ist deutlich schneller als ein herkömmlicher Zoomantrieb, der von Nikon „VR“ genannte Bildstabilisator soll Belichtungszeiten ermöglichen, die weit über den üblichen Zeiten liegen. Preislich liegt es in etwa in den Regionen des „alten“ 24-120 (UVP: 799 Eur). Leider hatte ich dieses „Wunderding“ nicht zur Verfügung, aber ... kommt Zeit, kommt Objektiv? Wer weiß... Zwinkernd
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Gruß - Kay
Juergen M.
keine Tüte mehr ...
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« Antworten #1 am: 01. November 2004, 11:51:19 »

Zitat
Nachtrag: Das 3,5-4,5/28-105D IF ist weiterhin wie beschrieben im Handel, das 3,5-5,6/24-120 ist seinem Nachfolger AF-S VR 24-120mm/3.5-5.6G IF-ED gewichen, das mit einem Ultraschallmotor und Bildstabilisator ausgestattet ist, dafür aber als „G“-Objektiv keinen Blendenring mehr hat. Der AF-S entlastet die Kamera und ist deutlich schneller als ein herkömmlicher Zoomantrieb, der von Nikon „VR“ genannte Bildstabilisator soll Belichtungszeiten ermöglichen, die weit über den üblichen Zeiten liegen. Preislich liegt es in etwa in den Regionen des „alten“ 24-120 (UVP: 799 Eur). Leider hatte ich dieses „Wunderding“ nicht zur Verfügung, aber ... kommt Zeit, kommt Objektiv? Wer weiß...


Wäe an diesesm Wunderding auch interessiert.
Mit meinem 18-70 DX fehlts mir meistens hinteraus, Telebereich, ein bißchen.
Konnte mich bis jetzt noch nicht durchringen ein Teleobjektiv zu kaufen.

Bitte so bald als möglich testen.

Gruß Jürgen
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